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Vol.17 Ch.1: King's Indian Defense: Orthodox Mainline (E92) · Vol.17 Ch.2: King's Indian Defense: Fianchetto System (E60) · Vol.17 Ch.3: King's Indian Defense: Sämisch Variation (5. f3 · E81) · Vol.17 Ch.4: King's Indian: Four Pawns & Averbakh Stem (E70)
King's Indian: Four Pawns & Averbakh Stem (E70)
ECO E70 · Vol.17 · Ch.4 · 1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6
EPD: rnbqk2r/ppp1ppbp/3p1np1/8/2PPP3/2N5/PP3PPP/R1BQKBNR w KQkq - · Eval +0.18
Der fünfte Zug nach 1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 (E70) markiert den Punkt, an dem ehrgeizige Weißspieler ruhige orthodoxe Bahnen verlassen und Schwarz frontal herausfordern. Ob durch maximalen Raumgewinn im romantischen Vierbauernangriff 5. f4 oder durch Juri Awerbachs kultivierte Klammer 5. Be2 O-O 6. Bg5 gegen ...e5 – Weiß fordert Schwarz auf, das Zentrum zu untergraben, bevor es ihn erdrückt.
Ehe du mit 5. f4 eine vierköpfige Bauernphalanx vorrollst, bedenke, dass jeder zusätzliche Bauernzug deine Rochade verzögert – halte dein Zentrum gegen den sofortigen Gegenschlag ...c5 kompakt zusammen!
Historischer Ursprung & Bauernstruktur-DNA
Indische Tradition des 19. Jahrhunderts & ukrainische Schule um 1950 (Bronstein, Boleslawski, Geller) · Gesperrtes Zentrum d4–e4–c4 gegen d6–e5 & Wettlauf auf entgegengesetzten Flügeln · David Bronstein, Efim Geller, Bobby Fischer, Garry Kasparov, Teimour Radjabov
Um 1950 von den sowjetischen Neuerern Bronstein, Boleslawski und Geller vom gewagten Experiment zur Weltklassewaffe erhoben, wurde die King's Indian Defense zum Markenzeichen von Bobby Fischer und Garri Kasparow.
Schließt Weiß in klassischen Mar-del-Plata-Stellungen das Zentrum mit d5, teilt die diagonale Bauernkette das Brett in zwei Kampfschauplätze: Weiß stürmt am Damenflügel Richtung c5, während Schwarz ...Ne8/...Nd7 zieht und ...f5–f4–g5 direkt gegen die weiße Königsstellung schleudert.
Strategischer Plan für Weiß
- Vierbauernangriff: 5. f4 O-O 6. Nf3 c5 7. d5 e6 8. Be2 exd5 9. cxd5! vorstoßen und die scharfen Benoni-Strukturen mit f4 über O-O sowie e4–e5! meistern.
- Österreichisch angehauchtes 7. dxc5: In 5. f4 O-O 6. Nf3 c5 mit 7. dxc5 Qa5 8. Bd3 Qxc5 9. Qe2 nebst Be3 und O-O auf offenes Figurenspiel setzen.
- Awerbach-System: 5. Be2 O-O 6. Bg5! spielen, 6...e5?? (7. dxe5 dxe5 8. Qxd8 Rxd8 9. Nd5! gewinnt Material) unterbinden und geschmeidig positionellen Druck aufbauen.
Gegenspiel & Hebel für Schwarz
- Gegen 5. f4 kurz rochieren (5...O-O) und SOFORT mit 6...c5! kontern, gefolgt von 7. d5 e6 8. Be2 exd5 9. cxd5 Bg4 (oder 9...Re8) mit Druck auf e4.
- Gegen das Awerbach-System (5. Be2 O-O 6. Bg5) das Zentrum mit 6...c5! 7. d5 h6 8. Be3 e6 (oder nach Vorbereitung mit 6...Nbd7 + ...e5) angreifen.
- Jeden unvorsichtigen Vorstoß e4–e5 im Vierbauernangriff, solange der weiße König noch auf e1 steht, mittels ...Ng4, ...Qh4+ oder Öffnungen über ...dxe5 bestrafen.
Typische Fallen & Fehler
- Im Awerbach-System (5. Be2 O-O 6. Bg5) verliert routiniertes 6...e5?? sofort die Qualität oder einen Bauern nach 7. dxe5 dxe5 8. Qxd8 Rxd8 9. Nd5! mit Doppelangriff auf f6 und c7.
- Im Vierbauernangriff (5. f4 O-O 6. Nf3 c5 7. d5 e6) reißt 8. dxe6?! Bxe6 die f- und d-Linie auf und setzt den unrochierten weißen König tödlichen Drohungen aus.
Kanonische ECO-Untervarianten
- E61 King's Indian Defense:
1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3(rnbqkb1r/pppppp1p/5np1/8/2PP4/2N5/PP2PPPP/R1BQKBNR b KQkq -) - E70 King's Indian Defense: Normal Variation:
1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4(rnbqk2r/ppppppbp/5np1/8/2PPP3/2N5/PP3PPP/R1BQKBNR b KQkq e3) - E70 King's Indian Defense: Normal Variation:
1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6(rnbqk2r/ppp1ppbp/3p1np1/8/2PPP3/2N5/PP3PPP/R1BQKBNR w KQkq -) - E73 King's Indian Defense: Normal Variation, Standard Development:
1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 5. Be2(rnbqk2r/ppp1ppbp/3p1np1/8/2PPP3/2N5/PP2BPPP/R1BQK1NR b KQkq -) - E76 King's Indian Defense: Four Pawns Attack:
1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 5. f4(rnbqk2r/ppp1ppbp/3p1np1/8/2PPPP2/2N5/PP4PP/R1BQKBNR b KQkq f3) - E73 King's Indian Defense: Averbakh Variation:
1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 5. Be2 O-O 6. Bg5(rnbq1rk1/ppp1ppbp/3p1np1/6B1/2PPP3/2N5/PP2BPPP/R2QK1NR b KQ -)
FAQ
Ist der Vierbauernangriff (5. f4) korrekt, oder überdehnt Weiß seine Stellung?
Er ist absolut spielbar, gleicht aber einem Drahtseilakt: Weiß besitzt eine imposante Mauer c4–d4–e4–f4, doch vier Bauernzüge in den ersten fünf Runden erlauben keinerlei Nachlässigkeit in der Entwicklung, sobald Schwarz mit ...c5 und ...e6 zuschlägt.
Warum verhindert Juri Awerbachs 5. Be2 O-O 6. Bg5 den normalen schwarzen Vorstoß 6...e5?
Weil f6 indirekt gegen den Komplex d8/f8 gefesselt ist! Nach 6...e5?? 7. dxe5 dxe5 8. Qxd8 Rxd8 9. Nd5! kann der schwarze f6-Springer nicht ziehen, ohne den Turm einzustellen, und ...Nbd7 deckt nicht gleichzeitig f6 und c7.
Wie sollte Schwarz auf 5. f4 reagieren, wenn man wilde Benoni-Opfer vermeiden möchte?
Nach 5. f4 O-O 6. Nf3 bietet 6...Na6 7. Bd3 e5! (moderner Gegenschlag gegen den Vierbauernangriff) ein klares zentrales Gegenspiel ganz ohne messerscharfe Gambits mit ...c5 und ...b5.
Großmeister dieser Technik
- Garry Kasparov (RUS · 2851 FIDE) — 13. Weltmeister · Meister der dynamischen Initiative & Vorbereitung
- Tigran Petrosian (ARM · Iron Tigran) — 9. Weltmeister · «Eiserner Tigran» & Meister des Qualitätsopfers
- Hikaru Nakamura (USA · 2816 FIDE · #2) — 5× US-Meister · 2816 Elo & Moderner Meister von Chaos & Verteidigung
E92 · King's Indian Defense: Orthodox Mainline (E92) · E60 · King's Indian Defense: Fianchetto System (E60) · E81 · King's Indian Defense: Sämisch Variation (5. f3 · E81) · 7th-Rank Pigs: Doubled Rooks & Blind Swine Mate